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Erschütterungen. Ijob heute lesen   
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Bibel und Kirche 3/2020

Zürich/Stuttgart, 25. August 2020. – Ganz unerwartet erleben wir in der Corona-Pandemie, wie unser Leben von einem Moment auf den anderen erschüttert werden, aus den Fugen geraten kann. Das ist auch Thema des Ijob-Buches im Alten Testament: Ijob ist der sprichwörtliche Inbegriff für den Umgang mit Trauma, Not und Leid. Ijob steht auf dem Prüfstand: Hat er sein Leiden selber (mit)verschuldet? Das werfen ihm seine Freunde vor. Die Leserinnen und Leser des Ijob-Buches wissen es jedoch besser, weil sie – und nur sie! – die Rahmenerzählung des Buches kennen: Ijob ist zum Spielball zwischen Gott und einem Ankläger, «Satan», geworden. Ijob selbst, seiner Frau und seinen Freunden bleibt dieser Zusammenhang im ganzen Buch verborgen. Welche Rolle spielt also Gott in diesem grausamen Spiel? Ist sein Tun bzw. Nicht-Tun, sein Einverständnis und Zulassen überhaupt zu rechtfertigen? Bringen die Reden, mit denen sich Gott schliesslich an Ijob wendet, eine Lösung?

Die Artikel des Heftes geben unterschiedliche Antworten auf diese und viele weitere Fragen, die das Ijob-Buch aufwirft. Steckt Sinn im Leiden Ijobs? Welcher? Wie stellt sich Ijobs Frau zu ihrem Mann und dem schrecklichen Schicksal ihrer Familie? Sind die Freunde, die Ijob besuchen kommen, pseudofromme Besserwisser – oder weise Seelsorger? Gibt es überhaupt eindeutige Antworten auf die brennenden Fragen Ijobs – oder bleibt letztlich alles mehrdeutig, weil tragfähige Antworten auf das Leid nur ganz persönlich und existentiell mit dem eigenen Leben gegeben werden können? Und wie wird das Ijob-Buch in der jüdischen Auslegung gedeutet?

«Erschütterungen. Ijob heute lesen» bietet einen Einblick in aktuelle Diskussionen und Auslegungen zum Ijob-Buch. Eine Bücherschau zum Thema und das Mitgliederforum der Bibelwerke der Schweiz, Deutschlands und Österreichs runden das Heft ab. Eine passende Lektüre in einer Zeit, in der auch unser Leben vielfach erschüttert wird.

 

Inhalt

Konrad Schmid
Welcher Sinn steckt im Leiden?
Die Gottesreden im Buch Ijob

Simone Paganini
Gott, Ijob, seine Frau und der Behemot-Leviatan: Eindeutig, mehrdeutig?

Ludger Schwienhorst-Schönberger
Ijobs Weg zu Gott

Dorothea Erbele-Küster
Von Erschütterungen erzählen (Ijob 1,13-19)
Zu einer zentralen Diskursform der biblischen Traumaliteratur

Susanne Krahe
Teufelin, Versucherin oder Sterbegleitung aus Mitleid
Die Rolle von Ijobs Frau

Manfred Oeming
Weise Tröster?
Ijobs Freunde als Lehrer der Seelsorge

Jehoschua Ahrens
Vertrauen trotz alledem
Das Buch Ijob in der jüdischen Auslegungstradition

Helmut Merklein
Unser ganzes Leben ist eine Fahrt über das Wasser
Predigt

Ausserdem: Informationen zum Buch Ijob, Zwischenrufe, Literatur zum Heftthema, Mitgliederforum, Veranstaltungen

 

 

 

«Bibel und Kirche» ist hier erhältlich: 
Bibelpastorale Arbeitsstelle SKB, Pfingstweidstrasse 28, 8005 Zürich, Tel. 044 205 99 60 info@bibelwerk.ch
(CHF 11.– + Versand). Abonnement (4 Ausgaben pro Jahr): CHF 45.–, für Studierende CHF 35.–

 

 

Dienstag, 25. August 2020, 12:09