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Matthäus neu lesen   
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Bibel und Kirche 3/2019 (CHF 11.-)

Zürich/Stuttgart, 28. August 2019. – Lange wurde das Matthäusevangelium als Dokument der Trennung «der Kirche» vom Judentum gelesen: «Ich aber sage euch …» (Jesus in der Bergpredigt). Auch die scharfe Kritik am Verhalten von Pharisäern und ein Satz wie «Sein Blut – über uns und unsere Kinder!» in der Passionserzählung schienen darauf hinzudeuten, dass sich der Evangelist von den jüdischen Gemeinden und Theologien seiner Zeit distanziert, ja sogar das Weiterbestehen des Bundes Gottes mit Israel in Frage stellt.

«Bibel und Kirche» setzt einen markanten Gegenakzent dazu und rückt diese Themen in neues Licht: Konkurrenz, Konflikte und partielle Abgrenzung zwischen Jesus-messianischen Gemeinden und anderen Strömungen im damaligen Judentum? Ja. Aber Abwertung Israels oder gar seine Ablösung als Gottes Volk – durch «die Kirche»? Nein! In zahlreichen Beiträgen zeigt das Heft auf der Basis aktueller Forschung auf, wie sich gerade die konflikthaften Texte im Matthäusevangelium anders und besser verstehen lassen, wenn die Menschen um Matthäus als Gemeinde mit immer noch jüdischer Identität gesehen werden. So neu gelesen offenbart das Matthäusevangelium ein herausforderndes Ringen um die beste Art, den Willen Gottes für die eigenen Zeit zu entdecken und in gerechtes Handeln umzusetzen.

Dieser Neuansatz – eine «neue Matthäusperspektive» analog zur «neuen Paulusperspektive» – wird an verschiedenen Themen exemplarisch aufgezeigt. Die Artikel diskutieren z.B. die Bedeutung der Psalmenzitate im Evangelium, die Gerechtigkeit Gottes und die Gerichtsszene in Mt 25, den Tempel als «Konfliktraum», aber auch Ort neuer Identität als «Haus des Gebets» sowie die Frage nach dem Heil für Israel und die (nichtjüdischen) «Völker». Der Einführungsartikel stammt von Matthias Konradt, früher Professor für Neues Testament in Bern (heute Heidelberg). Eine «Bücherschau» zum Mt sowie das Mitgliederforum der schweizerischen, deutschen und österreichischen Bibelwerke runden das Heft ab.

«Matthäus neu lesen» ist ein unverzichtbares Heft für alle, die eine der wichtigsten Zweige der neueren Exegese kennenlernen wollen – die Lektüre des Neuen Testaments und der ganzen Bibel nicht in Abgrenzung zum Judentum, sondern in differenzierter Kontinuität.

 

Inhalt

Inhaltsverzeichnis
1. Matthias Konradt: Die neue Matthäusperspektive
2. Frank Crüsemann: Kontinuität im Neuanfang
3. Alida C. Euler: Kurze Texte mit grosser Wirkung
4. Martin Vahrenhorst: Intra muros oder extra muros?
5. Oliver Rölver: «Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes.» (Ps 36,7)
6. Michael Hölscher: Konflikträume im Matthäusevangelium
7. Carolin Ziethe: Heil für Isreal – Heil für die Völker
 


«Bibel und Kirche» ist hier erhältlich:

Bibelpastorale Abeitsstelle SKB, Bederstrasse 76, 8002 Zürich, Tel. 044 205 99 60
info@bibelwerk.ch (CHF 11.– zzgl. Versand)
Abonnement (4 Ausgaben pro Jahr): CHF 45.– , für Studierende CHF 35.–

 

 

Mittwoch, 28. August 2019, 11:39

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