Das Jahr der Bibel 2003 war ein voller Erfolg. Die grosse Mehrheit der Pfarreien und Kirchgemeinden in der Schweiz hat sich beteiligt. Und auch kirchliche Verbände, Ordensgemeinschaften, Bildungshäuser, Theologische Fakultäten, Katechetische Arbeitsstellen, Kliniken, Bibliotheken, Museen, Schulen und zahllose Einzelpersonen waren aktiv.

Im Jahr der Bibel wurden Tausende von kreativen Ideen entwickelt, um Zugänge zur Bibel zu eröffnen. Die Ideenbörse auf der Homepage und das Ideenheft waren prall gefüllt damit. Sehr viele, aber längst nicht alle dieser Ideen wurden auch realisiert. Es gab einfach zu viele gute Ideen, um sie alle in einem Jahr gebrauchen zu können. Andererseits ist aus so mancher Idee für das Jahr der Bibel etwas Beständiges hervorgegangen, das weiter wirkt und auch in Zukunft gebraucht werden kann.

Das Jahr der Bibel ist zu Ende. Das Leben und Arbeiten mit der Bibel geht weiter.

Die Bibelpastorale Arbeitsstelle in Zürich, deren Mitarbeiterin Sabine Bieberstein die Projektleiterin für das Jahr der Bibel war, möchte dazu beitragen, dass diese unverbrauchten Ideen aus dem Jahr der Bibel nicht vergessen gehen. Deswegen stellen wir eine Auswahl davon  vor. Wir haben Ideen ausgewählt, die möglichst viele biblisch Interessierte ansprechen, Einzelpersonen und Familien.  Manche Ideen sind auch für Pfarreien oder kirchliche Gruppen interessant oder bieten Impulse für die Katechese:

Rezept für einen Bibelkuchen
Die Bibel mit allen Sinnen erfahren: Bibelausstellung Neuland
Wer wird Biblionär?
HipHop und Bibel
Die Bibliathek in der Predigerkirche in Zürich
Bibelweg von Gerlafingen SO nach Utzensdorf BE
"Komm mit!" sagt Mirjam. Ein Bibelweg für Frauen
Das Bibel+Orient Museum in Fribourg
 

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, wie das Jahr der Bibel in der Schweiz weiterwirkt, wenden Sie sich an Peter Zürn, Bibelpastorale Arbeitsstelle, Bederstr. 76, 8002 Zürich, Tel. 01 2059963, peter.zuern@bibelwerk.ch
Auch die Deutsche Bibelgesellschaft und das Deutsche Katholische Bibelwerk e.V. haben sich entschlossen, auf ihren Webseiten jeden Monat ein Bibelprojekt vorzustellen, das sich für Gemeinden oder Gruppen zur Nachahmung eignet. Dort finden Sie jeden Monat eine neue Idee. Jedes Projekt ist erprobt; zumindest eine Gemeinde oder Gruppe ist als Ansprechpartner mit Projekterfahrung genannt. 
Die Projekte finden Sie unter dem Stichwort "Bibel-Ideen-Online unter http://www.dbg.de/channel.php?channel=67 oder  
http://www.bibelwerk.de/738.0.html?kbw_ID=68925415

 

Rezept für einen Bibelkuchen

Hätten Sie gedacht, dass man aus Bibelstellen ein Kuchenrezept zusammenstellen kann? Sie müssen allerdings schon eifrig im Buch der Bücher blättern, um den Teig herzustellen. Aber die Mühe lohnt sich! Der Bibelkuchen ist ein feiner, edler, vollwertiger Kuchen mit vielen wertvollen Zutaten.

Rezept zum Nachschlagen in der Lutherbibel:

1. 250 g Sprüche 30,33
2. 6 Jeremia 17,11
3. 2 Tassen Richter 14,18
4. 4 1/2 Tassen 1.
Könige 5,2
5. 3 Teelöffel 2. Mose 30,36a Back-
6.
2 Tassen 1. Samuel 30,12 (2. Speise)
7. 2 Tassen Nahum 3,12 kleinschneiden
8. 1 Tasse 4. Mose 17,23 kleinschneiden
9. 1 Prise 3. Mose 2,13
10. 1 Päckchen Jeremia 6,20 wie für Lebkuchen
11. ca. 1 Tasse 1. Korinther 3,2

Die Zutaten nacheinander tüchtig schlagen, von 11 nur so viel wie nötig für einen halbfesten Teig.

Backen bei 180° ca. 50 Minuten

Lukas 14,12-14 nicht vergessen!

En Guete!

Diese unverbrauchte Idee stammt von Bianca Klemenz aus Baden

 

Die Bibel mit allen Sinnen erfahren: Bibelausstellung Neuland

„Hier dürfen Sie Ihre Nase überall hineinstecken!“  Sie und ihre Kinder und ihre Kindeskinder. Zum Beispiel in die Tongefässe im orientalischen Duftzelt und bei den biblischen Gewürzen. Die Ausstellung trägt ihren Untertitel zu recht: „Die Bibel entdecken. Mit allen Sinnen“. Sie können riechen, schmecken, hören, anfassen und so mehr vom Leben zu biblischen Zeiten  be-greifen. Sie können auch in die Knie gehen – nicht vor Ehrfurcht, sondern um auf der Höhe Ihrer Kinder zu sein, in der es auf den Stellwänden einen speziellen Zugang zur Bibel zu erleben gibt.

Und keine Angst: bei all dieser Sinnlichkeit und Kreativität kommt auch der Kopf nicht zu kurz. 

Wann und an welchen Orten die Ausstellung zu sehen ist, können Sie unter  www.bibelausstellung-neuland.ch erfahren. Es sind bestimmt auch noch Termine frei für Ihre Pfarrei!

Für diese unverbrauchte Idee verdient der Seelsorgeraum Dietikon/Schlieren Dank, der die Ausstellung mit Unterstützung der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz nach dem Jahr der Bibel gekauft und überarbeitet hat und sie Interessierten zum Verleih anbietet. Kontakt über das Sekretariat: Tel. 01 730 11 69, Mail: neuland@pfarrei-schlieren.ch

 

Wer wird Biblionär?

Es ist alles wie im Fernsehen: 15 Fragen bis zur Million, 4 Antworten zur Auswahl, Publikums-, Telefon- und 50:50-Joker. Nur Günther Jauch sitzt Ihnen nicht gegenüber und alle Fragen beziehen sich auf die Bibel. Zum Beispiel die 50-Euro-Einstiegsfrage:

„Welches Musikinstrument kommt nicht in der Bibel vor?“

A         Panflöte         B         Harfe

C         Trompete       D         Posaune

Ist noch einfach, oder? Schwieriger schon die 1000-Euro-Frage:

„Wer ist die Mutter von Ismael?“

        Sara               B         Hagar

C         Rebekka        D         Rahel

Im Quiz bekommen Sie den Hinweis auf die entsprechende Bibelstelle erst nachdem Sie sich entschieden haben, hier schon vorher: Genesis 16,11.

„Wer wird Biblionär?“ ist ein Internetspiel mit ständig wechselnden Fragen. Sie finden es unter www.biblionaer.de. Es macht Spass zu spielen, allein oder in Gruppen (dazu gibt es spezielle Tipps). Sie können sich auch beteiligen, indem Sie eigene Fragen einschicken und Sie können durch ein günstiges Abonnement regelmässig aktuelle Versionen zum Spielen ohne PC bekommen. Gewinnen können Sie nur eines: mehr Wissen über die Bibel.


Diese unverbrauchte Idee stammt von Andreas Schmidt von der Evangelischen Kirchengemeinde Engelstadt-Bubenheim in Hessen.

 

HipHop und Bibel

Im Rahmen des Zürifestst's 2004 fand auch das grösste HipHop-Festival der Schweiz statt.
Und genau dort waren die katholische und reformierte Kirche präsent, mit ’Open Miks', offenen Mikrofonen für junge Rapperinnen und Rapper. Zur Sprache kommen Leben, Schicksal und Fragen Jugendlicher.
Wer sich aber auch die ausgefeilten CDs der schweizerischen Musikszene anhört, wird nicht nur Sprachsorgfalt, Sprachspiele und Sprachakrobatik feststellen, sondern immer wieder auch Textinhalt entdecken, der über die Tagesaktualität Inhalt genial in Form bringt. Manchmal gar Biblisches.
So  die Frage nach Gott oder ethische Überlegungen im Hip Hop. Nicht zuletzt, weil diese Subkultur den Blickwinkel des “sub" pflegt: Die Perspektive derer unten. Ein Paradebeispiel für kreativ-poetisch nacherzählte biblische Geschichte sei hier zum Schluss verraten: Der Song “Breiter" von mefen orange (zytglogge 1996). “Mir boue e turm vilech schteiter vilech gheiter" - was könnte gemeint sein?

Wenn Sie dieser kurze Blick auf biblische Spuren in aktueller Musik neugierig gemacht hat und Sie mehr wissen wollen, finden Sie in Thomas Markus Meier von der Erwachsenenbildung der katholischen Kirche im Aargau einen kompetenten Ansprechpartner. Tel. 062 832 42 83, Mail: thomasmarkus.meier@ag.kath.ch

Er bietet übrigens am 16. März 2005 eine musikalische Meditation zum Thema an.

 

Die Bibliathek in der Predigerkirche in Zürich

Sie lohnt wohl keinen speziellen Familienausflug nach Zürich. Aber wenn Sie sowieso mal in Zürich sind, ist ein Besuch auf jeden Fall lohnenswert – mit der ganzen Familie. Und ganz sicher ist die Bibliathek eine Idee, die so manche Pfarrei ohne allzu grossen Aufwand nachahmen könnte.

Was ist die Bibliathek? 4 sehr bequeme Sessel, ein Tisch, zwei Bücherwände, ein einladendes Plakat an der Wand. Die Bücherwände bestückt mit Bibeln und Büchern zur Bibel, zum Lesen, Schmökern, Nachschlagen und Nachforschen. Rund um die Bibel.

Was ist das besondere daran? Sie befindet sich in der Kirche. Sie lädt im nördlichen Seitenschiff zum Sitzen und Lesen ein. Die Stille und Stimmung in der Kirche ist ein wunderschöner Rahmen dafür. Sie bietet eine kleine, aber feine Auswahl von Büchern, darunter Bibelausgaben in 32 verschiedenen Sprachen, von Armenisch bis Vietnamesisch. Und sie hat mit ihrer Auswahl von älteren und neueren Kinderbibeln und Bibelbilderbüchern auch etwas für Kinder zu bieten.

Wo ist die Bibliathek? Sie befindet sich seit dem Jahr der Bibel in der Predigerkirche im Niederdorf (Zähringerplatz/Predigerplatz) und ist zu den Öffnungszeiten der Kirche zugänglich (Di-Sa 10 bis 18 Uhr, So-Mo ab 12 Uhr). Sie könnte aber in dieser oder ähnlicher Form leicht auch in anderen Kirchen realisiert werden. 

 

Bibelweg von Gerlafingen SO nach Utzensdorf BE

Entlang des Gerlafinger Weihers und der Emme bis zum Wasserschloss Landshut: Viel schöner kann ein Spazierweg überhaupt nicht sein. Die 4km sind ein Weg von der Gegenwart bis in die Zeit Abrahams, jeder Meter entspricht einem Jahr. Unterwegs erklären 34 Tafeln wo/wann man sich gerade befindet und vermitteln Informationen über die Bibel. Dazu gibt es am Bahnhof Gerlafingen interessantes Begleitmaterial: für Kinder ein Heft mit Rätseln und Liedern, für Erwachsene die „X-Akte“ mit Porträts aussergewöhnlicher Menschen aus der Geschichte des Christentums. Wer mehr wissen will, schaut unter www.bibelweg.ch.

Weniger überzeugend sind viele der Informationstafeln. Zunächst trifft man auf Ereignisse aus der Weltgeschichte (nach 11 Metern zum Beispiel auf den Fall der Berliner Mauer). Deren Beziehung zur Bibel wird aber kaum thematisiert. Es entsteht der Eindruck, die Bibel habe mit der europäischen Geschichte wenig zu tun gehabt. Eine verpasste Chance. Dazu kommt, dass den Informationen zu den biblischen Geschichten und Büchern etwas mehr historisch-kritisches Wissen gut getan hätte.

Trotzdem ein lohnendes Ausflugsziel!

Diese unverbrauchte Idee stammt von der Evangelisch-Methodistischen Kirche Gerlafingen.

 

„Komm mit!“ Sagt Mirjam. Ein Bibelweg für Frauen

Eine Frau aus der Bibel unterwegs mit Frauen von heute. Mirjam, die Anführerin des Volkes Israel bei der Flucht aus Aegypten teilt viele Erfahrungen mit heutigen Frauen. Etwa was es bedeuten kann als Frau eine Führungsposition zu übernehmen. Oder dass sich gesellschaftliche Verhältnisse auf Frauen anders auswirken als auf Männer. Oder die Erfahrung von Solidarität unter Frauen und deren Grenzen...

Der Bibelweg des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes lädt in 5 Stationen zur Begegnung mit Mirjam ein. Der Weg dauert ca. 2 Stunden und kann praktisch überall durchgeführt werden. Mit zwei umgehängten Tüchern schlüpft eine Frau in die Rolle Mirjams, eine andere regt als heutige Frau zur Übertragung der biblischen Erfahrungen ins Heute an. Das Textmaterial ist fixfertig vorhanden und kann gegen ein frankiertes und adressiertes C4-Kuvert beim SKF-Zentralsekretariat (PF 7854, 6000 Luzern 7, Tel: 041 226 02 20) bezogen oder als pdf-Datei unter www.frauenbund.ch heruntergeladen werden.

 

Bibel+Orient Museum in Fribourg

Seine Geschichte ist viel älter als das Jahr der Bibel. Bereits seit 30 Jahren werden an der Uni Fribourg religiöse und künstlerische Gegenstände aus dem altorientalischen Raum gesammelt. Die Sammlungen umfassen ca. 13‘400 Objekte wie Amulette, Siegel, Keramiken, Tontafeln. Viele biblische Texte können erst durch Kenntnis der damals lebendigen Bildwelt richtig verstanden werden.

Das Bibel+Orient Museum ist ein besonderes Museum. Es hat seinen endgültigen Ort noch nicht gefunden und ist deswegen an vielen Orten zu sehen. Geplant ist, den mittelalterlichen Heinrichsturm zwischen Universität und Bahnhof zu nutzen. Bis dahin sind Teile der Sammlungen unterwegs. „Tiere in der Bibel und im Alten Orient“ wurden im Bibelmuseum in Meersburg gezeigt und die „Werbung für die Götter“ im Museum für Kommunikation in Frankfurt am Main. Ganz neu ist das Modell des Salomonischen Tempels in Jerusalem, das nach der Beschreibung in 1 Könige 6-7 gebaut wurde. Es ist zur Zeit auf Tour durch verschiedene Gemeinden im Raum Bern und kann ausgeliehen werden

Wer in der materiellen Welt (noch) keinen festen Platz hat, lebt umso intensiver in der virtuellen Welt unter www.bible-orient-museum.ch. Im Herbst 2005 startet ein eLearning Lernprogramm zum Thema «Biblische Umwelt» (Dauer 12 Wochen, Niveau Volkshochschule/1. Semester des universitären Studiums).

Für alle Fragen zum Bibel+Orient Museum wenden Sie sich an Thomas Staubli 031-971 84 54 b-o@unifr.ch

 

 


Bibelpastorale Arbeitsstelle
Schweizerisches Katholisches Bibelwerk
info@bibelwerk.ch